Ich arbeite seit 2001 mit einem Holzofen, der von früheren Keramikstudenten der Universität Kunsthochschule Kassel nach einem Olsen-Modell gebaut wurde. Im Studium habe ich ihn im Team mit meinen Mitstudenten gebrannt, nach dem Examen 2004 konnte ich den Ofen übernehmen und nach Eschwege transportieren, wo ich ihn mit Katrin Bohnacker und Ulrike Seilacher im Sodabrandverfahren brenne.

Der Brand geht über 24 Stunden, ab 1200 Grad wird das Soda über zwei Stunden in die zwei gegenläufigen Feuerkammern gegeben, später wird phasenweise reduzierend gebrannt.
Nach einer zweistündigen Haltezeit auf 1260 bis 1300 Grad werden Feuerungen und Schornstein verschlossen, der Ofen kühlt über drei Tage langsam ab.
Nach dem Öffnen halten Freude und Überraschung Balance, die Gewöhnung an die von Soda und Feuer so veränderten Stücke braucht Zeit. Erst nach und nach lassen sich immer neue Bilder auf ihrer Oberfläche entdecken. Stücke, die beim Ausnehmen unbeachtet waren, zeigen bei längerem Betrachten ihre Schönheit und Einzigartigkeit.

Ich drehe mit rotem und weißem Steinzeug eigener Mischung und mit Limoges-Porzellan, engobiere und glasiere (Shino-, Ascheglasuren) wenig, Farben und Glasur entstehen im Brand durch Soda- und Ascheanflug, durch die Setzweise im Ofen und durch die Brenntechnik. Die größeren Stücke werden ganz oben dem direkten Anflug von Soda und Asche ausgesetzt und erhalten dadurch extreme Spuren - zarte Färbungen und Strukturen finden sich auf Stücken, die geschützter und weiter unten stehen.

Jedes Stück aus dem Holzbrand ist ein Unikat! 

Porzellanbecher Porzellanbecher Porzellanbecher

Becher, Porzellan, h 8 cm, innen Transparentglasur, Sodaanflug, 1280 °C

Caroline Bohlmann